Festa, Frank (Hrg.)
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WARNUNG: Dieses Buch widmet sich der kulinarischen Lust am Fleische, und zwar einer sehr speziellen Variante solcher Wonne: Menschenfleisch.
Sittlich und moralisch ist das Thema ein Tabu und nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet. Dies ist die erste Anthologie dieser Art weltweit. Falls Sie zugreifen, dann tun sie es auf Ihre eigene Verantwortung!
13 Erzählungen Leckerbissen:
Greg F. Gifune: Schnee-Engel
E. T. A. Hoffmann: Cyprians Erzählung
Harlan Ellison®: Auf der Suche nach dem verlorenen Atlantis
Tim Curran: Maden
Anthony Boucher: Sie beißen
H. P. Lovecraft: Das Bild im Haus
Edward Lee: Madenmädchen im Gefängnis der toten Frauen
David Case: Der Kannibalenschmaus
Robert Barbour Johnson: Tief unten
Robert Bloch: Das Festmahl in der Abtei
Brian McNaughton: Lord Glyphtards Geschichte
Schon als kleiner Junge interessierte sich der Herausgeber für das Makabre und durchstreifte die Keller alter Häuser um »dunkle Geheimnisse« zu entdecken. Seit vielen Jahren führt er erfolgreich den Festa Verlag, das Haus für Unheimliche Literatur. Seine Fans nennen Frank Festa gerne den ›Horrorpapst‹ oder den ›deutschen Alfred Hitchcock‹.
OriginalausgabeBroschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik (Menschenhaut?)320 Seiten
Der Titel "Kannibalen" verrät bereits, worum es geht. Doch auch wenn das Thema damit verraten ist, tut es dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Es handelt sich hierbei um 13 erlesene Kurzgeschichten zum Thema Menschenfleisch und jene, die davon kosten. Wer nichts mit dem Thema anfangen kann oder keinen Horror der etwas anderen Art mag, sollte lieber die Finger davon lassen. So manche Textpassagen sind wahrlich nichts für Zartbesaitete. Das Lesen erfolgt daher auf eigene Gefahr. Es gibt bereits einige Bücher zum Thema Kannibalismus. Man trifft sie beispielsweise in der Unterhaltungs- oder Horrorecke in der Buchhandlung und Filmindustrie, aber es fehlt auch nicht an Sachbüchern oder Tatsachenberichte. Letzteres findet man vor allem in den Medien. Was es aber bisher noch nicht gegeben hat, ist eine reine Sammlung an Kurzgeschichten, die sich nur diesem einen Thema widmet. Der Festa Verlag hat hier eine kulinarisch interessante Anthologie zusammengetragen. Für jeden (horror-)begeisterten Leser ist mitunter mindestens ein Leckerbissen dabei, dem er sich nicht entziehen kann. Man trifft sowohl auf klassische Autoren wie z.B. H. P. Lovecraft, E. T. A. Hoffmann und Edgar Allan Poe als auch auf zeitgenössische und jüngere Autoren wie Greg F. Gifune, Tim Curran und Edward Lee. Damit ist für eine vielfache Abwechslung gesorgt und eröffnet dem Leser beispielsweise die Gelegenheit, den einen oder anderen Autoren kennen zu lernen, von dem er bisher nur den Namen gehört hat, aber keines seiner Werke gelesen hat. Da es sich um eine Sammlung von verschiedenen Autoren handelt, variiert auch deren Schreibstil, die Erzählweise und die Heftigkeit des Inhalts. Einzig das Thema des Kannibalismus haben sie alle gemeinsam. Als kleinen Leckerbissen nebenbei hat der Herausgeber Frank Festa zwischen den Geschichten das wahre Grauen der Wirklichkeit eingeschoben: Zeitungsberichte über wahre Kannibalen wie z.B. Armin Meiwes - besser bekannt als "Der Kannibale von Rotenburg". Somit beinhaltet "Kannibalen" nicht nur Fiktion, sondern auch ein Stück Realität. Wer also auf der Suche nach einem neuen Nervenkitzel ist und sich nicht so leicht abschrecken lässt, soll ruhig zugreifen und die Lektüre genießen. (Rezension von dark_angel)
in den 70ern waren bildwitze und sachbücher arten mit der thematik kannibalismus umzugehen. heute singen rockgruppen songs über menschenfleisch- verzehrer und bei festa wird literarisch eines der grossen tabu-themen behandelt... in morbider bis greller umsetzung. meine lieblingsstories: 1.lord glyphtards geschichte - brian mcnaughton--- 2.eric, die pastete - graham masterton--- 3.schnee-engel - greg f.gifune--- 4.cyrians erzählung - e.t.a. hoffmann--- 5.maden - tim curran---
Ich als leidenschaftlicher Thriller- und Horrorleser, liebe das Extreme und will immer wieder aufs Neue meine Grenzen austesten. Als ich von „Kannibalen“ erfuhr, wurde meine Neugierde gleich gepackt und nun, nach der Lektüre des Buches, muss ich mir eingestehen an einige Grenzen meiner Lesebelastbarkeit gestoßen zu sein. Das, was die 13 Autoren hier abliefern, ist eindeutig ein sittliches und moralisches Tabu: Kannibalismus. Ein toller Mix von alten, „klassischen“ Horrorautoren und neuen, frischen jungen Schreiberlingen, sodass für jeden Leser etwas dabei ist. Da ich eher zur jungen Generation gehöre, haben mich die Storys von Greg F. Gifune, Tim Curran, Graham Masterton und Edward Lee am meisten angesprochen. Der Schreibstil ist natürlich bei jeder Geschichte anders. Gemeinsam haben sie allerdings alle, dass das Thema Kannibalismus explizit dargestellt wird. Hier ist nichts mit schönen Umschreibungen, denn hier geht es ans Eingemachte – im wahrsten Sinne des Wortes ;-) Besonders die Kurzgeschichte „Maden“ von Tim Curran hat mich trotz geringer Seitenzahl mehrfach tief durchatmen und zweimal pausieren lassen und mir am Ende auch noch den Appetit verdorben. Ohne zu viel zu verraten, muss ich sagen, dass dies wirklich nah an meine Lesegrenze gestoßen ist. Gleichzeitig aber auch faszinierte es mich und war einfach wieder einmal ein neues Leseerlebnis. Interessant und erschreckend zu gleich sind die kleinen Zeitungsberichte, welche wir vor jeder Kurzgeschichte vorfinden. Frank Festa, der Herausgeber dieser Anthropologie, hat diese über Jahre gesammelt. Hier wird dem Leser, nach jeder fiktiven Story, eine wahre und reale präsentiert. Hier zeigt sich das Grauen und die Realität, wie sie wirklich ist und schockiert einen immer wieder aufs Neue. Dieses Buch ist ganz klar nichts für zart besaitetet Leser, aber ein Geheimtipp für all diejenigen, die diese Art von Horror und Thrill lieben. Atmet tief durch und lasst es euch schmecken.
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