Zweiter Band (von 6) der GESAMMELTEN WERKE von H. P. Lovecraft.
Clive Barker: »Lovecrafts Werk bildet die Grundlage des modernen Horrors.«
Michel Houellebecq: »Es ist durchaus verständlich, weshalb die Lektüre von Lovecraft ein paradoxer Trost für Seelen ist, die des Lebens überdrüssig sind.«
Inhalt:
Der Ruf des Cthulhu
Die Katzen von Ulthar
Pickmans Modell
Das Grauen von Dunwich
Celephais
Aus dem Jenseits
Das Weiße Schiff
Der Tempel
Jenseits der Mauer des Schlafes
Herbert West – Reanimator
Die Farbe aus dem All
Bonusmaterial:
Robert H. Barlow: Erinnerungen an H. P. Lovecraft
Zealia Bishop: H. P. Lovecraft aus der Sicht einer Schülerin
Marian F. Bonner: Vermischte Eindrücke von H.P.L.
Mary V. Dana: Ein flüchtiger Blick auf HPL
Gebunden mit Schutzumschlag in Lederoptik und Leseband
320 Seiten
Übersetzer: Andreas Diesel und Frank Festa
ISBN: 978-3-935822-84-8
Mehr zu H. P. Lovecraft: www.HPLovecraft.de
Alle Storys sind neu übersetzt. Warum das?
F. Festa: »Die Suhrkamp-Übersetzungen sind wirklich etwas veraltet, zum Teil fehlerhaft. H. C. Artmann hat sogar hinzugedichtet! Dagegen haben manche Übersetzer dann Sätze weggelassen, die ihnen obskur vorkamen. Aber das ist doch gerade das Kennzeichnende an Lovecraft, wie er Atmosphäre schafft! Jetzt könnte man sagen, dass Lovecraft ja auch altmodisch schrieb. Okay, aber muss man denn wirklich »er war erstaunt ob seiner Zuversicht« übersetzen, hört sich denn »er war über seine Zuversicht erstaunt« nicht besser und lesbarer an? Das ist keine Verfälschung des Originals. Oder die Maßeinheiten, meine Güte, in den alten Übersetzungen sind die Berge des Wahnsinns 20000 Fuß hoch, eine Kiste 10 Zoll lang … Da entstehen beim Leser doch keine klaren Bilder. Auch die Edition Phantasia hat leider bei ihrer Neuausgabe 2001 kaum etwas an den Suhrkamp-Übersetzungen geändert, obwohl es nötig gewesen wäre. So fehlt zum Beispiel auch dort bei ›Das merkwürdig hochgelegene Haus im Nebel‹ ein ganzer Absatz …«
Eine klare Sortierung der Texte ist nicht zu erkennen.
F. Festa: »Nein, das Konzept ist, dass es kein Konzept gibt. Das schleichende Chaos eben! Nein, im Ernst: Hätte man die Storys chronologisch oder nach Themen geordnet, wäre die Auswahl etwas steril geworden, erst die frühen schwächeren Arbeiten, dann seine Fantasy-Phase, dann die großartigen Novellen. So ist das Werk mal durchgemischt und liest sich lebendiger – hoffe ich zumindest.«
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Sicherlich ist es nicht sinnvoll sich über eine einzelne Geschichte und deren Authentizität derart aufzuregen. Auch angesichts eines Indiana Jones schlagen Archäologen die Hände über dem Kopf zusammen, dennoch erzählen die Filme einfach gute Geschichten.
Prügelstrafe und Erschießungen sind hier bei Lovecraft IMO Ausdruck des langsam um sich greifenden Wahnsinns und sollen nicht als reguläre Verhaltensweise dargestellt werden. Des weiteren muß man natürlich die Epoche und politische Situation seinerzeit berücksichtigen. Sicherlich hat sich Lovecraft bewusst dafür entschieden, ein feindliches U-Boot zu beschreiben an Stelle eines US-amerikanischen. Da schwingen Propaganda, latenter Rassismus und andere Faktoren mit.
Lovecraft ging es in diesem Fall sicherlich mehr um die Atmosphäre der Geschichte und nicht um Authentizität, und darin ist er IMO sehr gut.
Da ich die Geschichten in der vorliegenden Übersetzung nicht gelesen habe, kann ich nicht wirklich eine Wertung abgeben. Praktischer (und einfacher) wäre die Funktion, angeben zu können, ob obige Rezension hilfreich war.
Alles sehr gute Geschichten, mit Ausnahme von "Der Tempel". Wenn man sich mit U-Booten und Marine auskennt, dann merkt man schnell, dass diese Geschichte völliger Schwachsinn ist, die sich der Meister einfach mal so aus den Fingern gesaugt hat. In der Marine gab es keine Prügelstrafe und schon gar keine mutwilligen Erschiessungen an Bord von U-Booten. Desweiteren hatten U-Boote weder Fenster noch Bibliotheken, dazu wäre weder Platz noch Musse an Bord.
Also, schon deshalb ist die Geschichte der reine Schwachsinn.
Alle anderen Geschichten sind Klassiker die man immer wieder gerne liest.