Sag Onkel

Autor: Gifune, Greg F.

Sag Onkel Sag Onkel

Greg F. Gifune schreibt Thriller vom Feinsten.

Andy und Angela wurden von ihrem Onkel immer vor allem Übel dieser Welt beschützt. Onkel war ein guter Mensch. Onkel half den Kindern. Onkel wusste immer, was zu tun war.

Doch als sie älter werden, ist es für die beiden sehr schmerzhaft, zu verstehen, dass Onkel selbst böse sein muss, um das Böse zu bekämpfen …   


Tom Piccirilli: »Gifune weiß, wie er dir das Blut in den Adern gefrieren lässt.«

Brian Keene: »Gifune ist, ganz einfach, einer der absolut besten Erzähler der Dark-Fiction.«

Ed Gorman: »Greg Gifune ist wirklich einzigartig. Unter den jungen Thrillerautoren gehört er zu meinen Lieblingen.«

Davesbuchwelt.wordpress.com: »Sag Onkel ist melancholisch, düster, authentisch: Bei Gifune heißt es Tatort Mensch.«


Mit einem Vorwort von Tom Piccirilli.

Greg F. Gifune (geb. 1963) gilt als einer der besten Thrillerautoren seiner Generation. Er hat bereits 15 Romane veröffentlicht. Ihr dunkel-melancholischer Ton hat ihm unter Kritikern und Lesern fanatische Fans gesichert. Er lebt mit seiner Frau und einer ganzen Schar Katzen in Massachusetts/USA. 

Einer seiner größten Fans ist sein deutscher Verleger Frank Festa: »Ich bin regelrecht süchtig nach seinen Geschichten. Längere Zeit ohne eine Dosis Gifune lässt mich unruhig und traurig werden, obwohl seine Texte bestimmt nicht spaßig sind – oft treiben sie mir sogar die Tränen in die Augen. Irre! Ich habe so etwas noch nicht erlebt!«


Deutsche Erstveröffentlichung
Broschur 19 x 12 cm, Umschlag in Lederoptik
196 Seiten
Originaltitel: Saying Uncle
Übersetzung: Sigrid Langhaeuser
ISBN: 978-3-86552-124-8

Besprechungsdienst für öffentliche Bibliotheken: Die Erzählkunst des Autors wurde schon in der Besprechung zum vorangegangenen Titel Die Einsamkeit des Todbringers (ID-A 39/11) gelobt. Im neuen Thriller setzt sich das fort. Der leibliche Vater von Andy und Angela macht sich auf und davon. Onkel Paul springt ein und wird zum liebevollen Begleiter und Ersatzvater. Doch führt er ein Doppelleben und agiert wiederholt als Verbrecher. Als Angela von einem Schüler vergewaltigt wird, ermordet ihn Paul und lässt die Leiche verschwinden. Nach etlichen Jahren wird Paul von einem Komplizen erschossen. Das lässt dem heranwachsenden Andy keine Ruhe. Er rächt den lieben Onkel und will dessen Mörder erschlagen. Der tragische Fall erfährt eine schnörkellose und enthüllende, in die Tiefe gehende Deutung, die den notvollen Aufschrei der Handelnden subtil einfängt.


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Kundenrezensionen:

  • Autor: Gast am 16.01.2012
  • Bewertung: TEXT_OF_5_STARS

Onkel Paul war nicht nur ihr Onkel, sondern auch eine Art Ersatzvater für Andy und Angela. Er war stets für sie da und beschützte seine Familie vor allem Übel. Doch je größer die Kinder werden, umso bewusster wird ihnen, dass ihr Onkel selbst auf der dunklen Seite wandeln muss, um das Böse von seiner Familie fern zu halten... Wenn auch unter dem Genre Thriller verlegt, ist "Sag Onkel" von Greg F. Gifune mehr als nur ein Thriller. Wie im Vorwort von Tom Piccirilli erwähnt, geht es auch um das Erwachsenwerden und der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Es ist zugleich eine Art Drama. Ein Drama über eine Kleinstadtfamilie, wobei aber die Spannung und der Krimikitzel nicht fehlen. Die Spannung ist beim Lesen allgegenwärtig, aber von der subtilen Sorte. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Person von Andy, der sich nach dem Tod seines Onkels mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss und beispielsweise der Frage nachgeht, inwiefern seine Kindheitserinnerungen an den liebevollen Onkel mit der Realität zusammenpassen. Der Autor schockiert nicht mit blutigen Elementen oder bedient sich der Effekthascherei. "Sag Onkel" ist ein Thriller der ruhigeren Art und zugleich schockierend. Das Grauen spielt sich dabei auf emotionaler Ebene ab und lässt den Leser selbst darüber nachdenken, wie man sich selbst verhalten würde oder welche Abgründe in einem lauern mögen. Das Buch lebt von dem Grauen, der in der unmittelbaren Nachbarschaft tatsächlich geschehen könnte (und auch geschieht). Die Handlung wird Seite für Seite von einem düsteren-melancholischen Ton begleitet, deren Gemütslage und Gefühle sich der Leser nicht entziehen kann. Der Schreibstil des Autors ist zudem sehr bildlich und manchmal sogar voller Poesie, so dass man das Buch nicht in einem Rutsch lesen kann, weil man sich das Beschriebene wahrlich vorstellt, nachzuvollziehen versucht oder einfach nur auf sich wirken lässt. "Sag Onkel" ist somit kein Thriller für zwischendurch, der den Leser schockiert und auf einen großen Showdown hinarbeitet. Wer sich beim Lesen Zeit nimmt, sich darauf einlässt und nichts dagegen hat, selber mitzudenken und sich über das Geschriebene Gedanken zu machen, wird mit einem aufwühlenden, dramatischen und düsteren Thriller belohnt. (Rezension von dark_angel)

  • Autor: Elmar Huber am 12.01.2012
  • Bewertung: TEXT_OF_5_STARS

- „Boone hatte Onkel auch immer nahegestanden, und er blickte genauso zu ihm auf wie ich. Aber er hatte die Geschichten und Gerüchte gehört, und wusste, dass es da ein Geheimnis gab. Bereiche, in die niemand vordrang, eine dunkle Seite, über die wir niemals sprachen, außer in sorglich überdachten Formulierungen, wenn auch mit dem Unterton der Heldenverehrung.“ - INHALT: Die Erinnerungen an Onkel Paul - oder schlicht „Onkel“ - werden für Andrew De Marco plötzlich wieder übermächtig, als er Pauls Leichnam identifizieren muss. Stets hat sich der Bruder seiner Mutter um seine Familie gekümmert, wenn einmal etwas zu ordnen war. Dass der gewalttätigen Liebhaber seiner Mutter die Treppe herunterfiel, nachdem Onkel erfahren hat, dass der seine Nichte verprügelt und bedroht hat, ist nur eine blasse Erinnerung aus Andys Kindheit. Noch immer übermächtig dagegen ist die Erinnerung an die Vergewaltigung seiner Schwester durch einen Mitschüler. Auch danach bat Andys Mutter ihren Bruder, die Sache zu regeln. Eine Entscheidung, die das Leben aller Beteiligten veränderte. - „Er führte zwei sehr unterschiedliche Leben und existierte für uns nur, wenn er bei uns war, wie ein Spielzeug, das in den Händen und Gedanken eines Kindes lebendig wird aber aufhört zu existieren, wenn es einmal aus den Augen ist und der Deckel der Spielzeugkiste sich geschlossen hat.“ - MEINUNG: Es fällt schwer zu klassifizieren, was das eigentliche Thema von SAG ONKEL ist. Ist es die Schuld, etwas getan zu haben, die Andy mit sich trägt? Oder leidet Andy darunter, etwas NICHT getan zu haben und den Folgen dieser Verweigerung? Wir begleiten Andy, wie er – ausgehend von der Leichenhalle - die Spuren seines Onkels zurückverfolgt und schließlich dessen Mörder gegenübersteht. Unterbrochen wird diese Suche von Rückblenden, die Andys Kindheitserinnerungen an seinen Onkel wiedergeben. Hier erfahren wir, dass Onkel stets der gute Geist der Familie war, der tat, was getan werden musste, um seine Lieben zu schützen. Doch nach Angelas Vergewaltigung erbittet Onkel Andys Hilfe, was zum Zerwürfnis der beiden führt. Erst in der Gegenwart, die Leiche seines Onkels vor Augen, überdenkt Andy seine Entscheidung. Dabei versteht es Gifune, brillant, den Leser im Zweifel zu lassen, was tatsächlich passiert ist. Existieren Andys Erinnerungen nur in seinem Kopf oder ist damals alles tatsächlich so geschehen? Auch in der Gegenwartshandlung gibt es Szenen, die durchaus nur Andys Wunschvorstellungen entsprechen könnten. Auch wäre es denkbar, dass Andy nun das Erbe seines Onkels antritt? Das wäre ein logischer Schritt und der Autor deutet auch in diese Richtung. Das abrupte Ende gibt keine Antwort, sorgt aber dafür, dass das Gelesene noch eine ganze Zeit nachwirkt. Erneut saugt Greg F. Gifune den Leser förmlich in seinen Roman hinein. Mit wenigen Sätzen schafft er lebendige Charaktere. Mit pointierten Szenen macht er den Leser zum Zuschauer dieses geheimnisvollen, düsteren und stellenweise brutalen Dramas. Gifune schreibt in einem eindringlich naiven aber akzentuierten Stil, der die tragischen Themen seiner Bücher konterkariert und so einen Sog erzeugt, der förmlich zum Weiterlesen zwingt. Das Taschenbuch ist in bewährter Festa-Qualität hochwertig verarbeitet und selbst nach dem Lesen noch knickfrei und wie neu. Als Covermotiv dient die Großaufnahme eines Puppenkopfes. Die Abbildung der starren Puppenaugen wiederholt sich im Inneren zu Anfang jedes Kapitels. FAZIT: Melancholisch, intensiv und schwer einzuordnen. Auch der dritte Gifune aus dem Hause Festa ist wieder ein Fest für den geneigten Fan.

  • Autor: jörg wald am 02.12.2011
  • Bewertung: TEXT_OF_5_STARS

gifune ist wunderbar. spannend und von erstaunlicher poesie. jedes buch bisher ein glanzstück, dies ist sein meisterwerk. unbedingt kaufen!!!

  • Autor: Gast am 22.11.2011
  • Bewertung: TEXT_OF_5_STARS

Nachdem ich „Blutiges Frühjahr“ und „Die Einsamkeit des Todbringers“ gelesen und geliebt habe, kam ich auch um „Sag Onkel“ keineswegs herum. Greg F. Gifune ist sofort nach seinem ersten in Deutschland veröffentlichten Buch für mich ein besonderer Autor geworden, bei dem mir klar war, dass ich jedes Buch von ihm lesen will und werde. Kleinstadtabenteuer scheinen Gifunes Vorliebe und Spezialität zu sein, denn auch „Sag Onkel“ lebt von den schrecklichen Geschehnissen „beim Nachbarn nebenan“. Seine Geschichte rund um Andy, dessen Schwester und ihrem verstorbenen Onkel ist so packend und erneut depressiv verstimmend, dass ich sie in einem Rutsch verschlungen habe. Gifune wechselt von der Gegenwart immer wieder in die Vergangenheit und der Leser bekommt so nach und nach all die Tragik von Andys zerstörter Kindheit mit. Wirklich nur seiner? Aber lest selbst... Seine Charaktere hat Gifune wieder einmal wunderbar ausgearbeitet. Andy war mir von Beginn an total sympathisch. Wir als Leser erleben einen ganzen Tag in seinem Leben, einen Tag, der Andys Vergangenheit und verdrängte Erinnerungen wachrüttelt und wiederbelebt. Gifune beschreibt seine Gedanken und Handlungen so gefühlsecht und authentisch, dass einem beim Lesen eine Gänsehaut nach der anderen den Körper herunterjagt. Ich muss hier erneut seinen wundervollen Schreibstil loben! Er reißt einen mit, obwohl man gar nicht wirklich weiß, warum. Es liest sich so flüssig und mitreißend, dass ich von seinen Texten nicht mehr wegkomme. Wie kein anderer, den ich zuvor gelesen habe, versteht er, sich besonders düster, anmutend, mitfühlend und rührend auszudrücken. Er nimmt einen quasi bei der Hand und mit auf eine Reise, auf der man als Leser sehr viel zum Nachdenken und Grübeln kommt. Gifune kommt fast komplett ohne Blut aus, vielmehr schockiert er mit seinen Protagonisten, deren Gedanken und Taten, und so war „Sag Onkel“ ebenfalls wieder sehr makaber. Erwähnt werden muss, dass seine Charaktere keinesfalls durchgedrehte Freaks oder Wahnsinnige sind, nein, sie sind Menschen, wie du und ich, sodass all ihre Handlungen so verdammt realistisch und nachvollziehbar sind. Dies schockt viel mehr als blutige Beschreibungen eines Tatortes oder Mordes. Bei Gifune heißt es: Tatort Mensch. In jeglicher Hinsicht. Ich brauche keine ca. 50 Seiten, um in einen „Gifune“ rein zu finden, ich bin sofort drin! Suchtgefahr ist hoch und ich kann daher jedem Genussleser „Sag Onkel“ nur wärmstens ans Thrillerherz legen. Solltet ihr das Buch in einer Buchhandlung sehen, greift zu und lest das Vorwort. Für mich drücken Tom Piccirilli Worte über Gifunes Bücher genau das aus, was ich während des Lesens empfand und worüber es mir schwer fiel, es hier in der Rezension zu beschreiben.

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