Martin, George R. R.

In der Haut des Wolfes

In der Haut des Wolfes verbindet auf elegante Weise Elemente des crime noir mit dem Werwolfmotiv zu einer düsteren, packenden Geschichte mit unerwarteten Wendungen. Chinatown trifft auf Der Wolfsmensch und Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

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Beschreibung

Details

Als der Vater von Randi Wade in Ausübung seiner Pflicht als Polizist auf bestialische Weise ermordet wird – von einem wilden Tier zerfetzt, so das offizielle Ermittlungsergebnis –, ist das ein Schock, von dem sich die junge Frau kaum erholt.
Fast 20 Jahre später: Randi schlägt sich als Privatdetektivin mehr schlecht als recht durchs Leben. Als ihr bester Freund Willie sie bittet, Informationen über einen Mordfall zu beschaffen, beginnt der Albtraum offenbar erneut. Auch das aktuelle Opfer wurde verstümmelt und bei lebendigem Leib gehäutet.
Kann es sein, dass die Bestie, die damals ihren Vater tötete, wieder zuschlägt? Und ist ihr Freund Willie wirklich der, für den er sich ausgibt? Weiß er mehr über die unheimliche Mordserie, als er preisgibt?


Die mit den World Fantasy Award ausgezeichnete Novelle gilt vielen Lesern als beste Werwolf-Geschichte, die jemals geschrieben wurde.

In der Haut des Wolfes verbindet auf elegante Weise Elemente des crime noir mit dem Werwolfmotiv zu einer düsteren, packenden Geschichte mit unerwarteten Wendungen. Chinatown trifft auf Der Wolfsmensch und Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Mit einem Nachwort von Christian Endres und 16 Illustrationen von Timo Wuerz. Joachim Körber hat für diese Ausgabe seine Übersetzung aus den 90er-Jahren überarbeitet. Eine eBook-Ausgabe von In der Haut des Wolfes erscheint nicht.

Zusatzinformation

Autor: Martin, George R. R.
Umfang: 160 Seiten
Ausführung: Gebunden, mit Schutzumschlag in Lederoptik und Leseband
Format: 21 x 13,5 cm
ISBN: 978-3-86552-334-1
Originaltitel: The Skin Trade
Übersetzung von: Joachim Körber
Erscheinungsdatum: 14.08.2014
Bewertungen

Kundenmeinungen zu "In der Haut des Wolfes"

Wolf = Kraft!?!

von Thomas 19. Juli 2017
Punkt 1. - Ich kenne nichts Gedrucktes von George R. R. Martin (dachte ich zumindest – Erklärung weiter unten im Text) und sein Name ist mir nur geläufig, da ich den „Game of Thrones“-Megahype so wie jeder andere Menschen auf Planet Terra mitbekommen habe. Dennoch: Nie gesehen, nie gelesen… ich mag nichts was so gehyped wird – ich stehe eher auf die Underdogs.

Punkt 2. – Ich liebe jedoch Werwölfe. Buch, Comic, Film, Hörspiel… egal wie, egal was, egal wieso, die Lycanthropen haben es mir angetan. Und einer der Gründe ist diese Geschichte von George R.R. Martin!

Wie das geht?

Ganz einfach: Manchmal kommt es schon einmal vor, das sich in meinen alten Gehirnwindungen noch Erinnerungen befinden, welche ich nicht zuordnen kann. Beim Lesen des Hardcovers überkam mich mehr als einmal ein Daja Vu und ich konnte einfach nicht den Finger darauflegen. Also Google an und los ging die Recherche.

Als ich auf den Satz „Joachim Körber hat für diese Ausgabe seine Übersetzung aus den 90iger-Jahren überarbeitet.“ auf Festas Website stieß, gingen bei mir die Alarmglocken an und siehe da: eine weitere Recherche ergab das die Geschichte bereits 1990 in der Anthologie „Nachtvisionen“ – erschienen bei Heyne – unter dem Titel „Maskerade“ abgedruckt zu finden war und ich sie dort bereits inhaliert hatte.

Nun habe ich in meinen 51 Jahren eine Menge Horror konsumiert und es ist schon eine Leistung, wenn solch eine Story – grade wenn sie „nur“ eine von mehreren Geschichten einer Anthologie gewesen ist – bei mir hängen blieb. Doch diese Geschichte ist einer der Eckpfeiler meiner Werwolf-Affinität!
Ich muss jetzt spoilern, also bitte erst nach dem zweiten SPOILERSHARK weiterlesen, wer das Buch noch nicht kennt und sich die Story nicht spoilern lassen möchte.

SPOILER START

Zur Geschichte an sich: Die Hauptakteurin Randi Wade ist stereotyp als chronisch mit Arbeit unterversorgte Privatdetektivin unterwegs – und das auch noch in Chicago. Nun wird Randi jedoch in eine Serie von recht brutalen Morden verwickelt, bei denen der Täter seinen Opfern die Haut abzieht.

Derjenige, welcher sie in die ganze Misere hineinzieht, ist ihr Freund Willie Flambeaux – und Willie ist ein Werwolf. Willie scheint ein wenig in Panik zu sein, denn die Opfer sind alles Werwölfe und Willie geht nun der Pelz auf Grundeis, denn er ist wie der Rest seines Rudels ebenfalls in Gefahr ein Opfer des Häuters werden zu können.

Nun mag das ja nicht wirklich alles neu sein und die Story an sich mag auch niemanden bisher von den Hinterpfoten hauen, doch ist die Grundidee des Willie Flambeaux eine bisher – also zumindest damals – recht unbenutzte Idee um den Lycanthropen umzusetzen.

Willie ist in seiner normalen, menschlichen Form eher schwächlich und kränklich – doch der Werwolf in ihm gibt ihm zumindest die Möglichkeit nach der Transformation nicht mehr „little puny Willie“ sein zu müssen.

Wem das jetzt auch wieder bekannt vorkommen mag, der sollte sich vor Augen halten, das die Story erstmals im Jahr 1989 erschien und sich viele der Nachfolgewerwolfautoren bei der Idee des „Ich bin krank und schwach, also mach ich mich Werwolf!“ von GRRM bedient haben.

SPOILER ENDE!!!

Ok, das Buch ist nicht wirklich ein Romanwälzer oder ein Hardcoverbackstein, denn wie man im Nachwort lesen kann bezeichnet man diese Länge einer Geschichte als Novelle – auch wenn ich diese ganzen Schubladen extrem nervig und daneben finde. Story ist Story, egal wie lange sie auch immer sein mag.

Auch kann ich mich hier nicht auf einen reinen Kommentar zur Erzählung an sich reduzieren, denn da ist ja noch viel mehr.

Die insgesamt sechzehn Illustrationen von Artist Extraordinaire Timo Würz, welche taktisch klug innerhalb des Buches verteilt wurden, runden das Gesamtbild der Novelle – da ist die Schublade wieder – ziemlich rattig ab. Wer die Arbeiten von Timo Wuerz kennt, der weiß das sich der Meister nicht gerade auf dem Weg der züchtigen und weichgespülten Illustrationen bewegt, sondern das Herr Wuerz es liebt üppige Damen und herzlich derbe Darstellungen von Horror bildlich aufs Papier zu bannen.

Ich scheue mich hier nicht den Vergleich zwischen der Festa-Ausgabe von „In der Haut des Wolfes“ und Basteis-Version von Stephen Kings „Der Werwolf von Tarker Mills“ zu ziehen. Hierbei vergleiche ich natürlich die Ausgabe von Kings Wölfchen, welche die Kalenderblätter von Bernie Wrightson mit im Paperback hatte, also nicht die reine Romanversion.

Würz Illustrationen können problemlos mit den Kalenderblättern des amerikanischen Altmeisters konkurrieren und die Story von Martin hat sogar noch ein paar Pluspunkte in Bezug auf die Umsetzung des Lycantrophen-Themas bezogen.

Wieso ich jetzt erst auf diese Ausgabe aufmerksam geworden bin ist mir ein Rätsel, denn das Buch erschien bereits 2014.

Festa hat insgesamt ein paar wirklich nette Klassiker im Verlagsprogramm, welche auch heutzutage noch den horroraffinen Nichtkenner der älteren Publikationen begeistern können. Neben den Adversarys von Wilson stellt auch gerade dieser Band eine wirklich runde und mit Liebe zum Detail umgesetzte Ergänzung einer jeder Bibliothek dar – sei es nun die eines Altvorderen, zu denen ich mich zähle, oder der eines Newbies, welcher sich gerne auch mal davon überzeugen lässt das früher nicht alles (subjektiv) besser war, es aber doch noch Oldies gibt, welche auch in der Jetztzeit jederzeit als aktuell ankommen können.

Wenn eine Geschichte es verdient hat in so einer genial optischen Verpackung neu aufgelegt zu werden, dann ist es definitiv das Wölfchen des Herrschers über das Lied von Eis und Feuer!

Gelungener Werwolf-Thriller, der auch gerne hätte länger sein können

von Krallenfatzke 22. September 2014
Insgesamt hat mir die Novelle (sehr) gut gefallen, die Mischung zwischen Crime Noir und Werwolf Mythos schwiegt sich in diesem Werk aus dem Jahr 1989 von George RR Martin recht gekonnt zusammen und ab ungefähr der Hälfte wird aus Crime Noir auf einmal ein rasanter Action-Thriller... mit Werwölfen. ;)

Spoilerfreie Zusammenfassung des Anfangs: Das Buch erzählt vordergründig die Geschichte von Willie Flambeaux, einem fast schon bemitleidenswert heruntergekommenen, aber sehr sympatischen Schuldeneintreiber und Teilzeit-Werwolf (das erfährt man bereits im ersten Kapitel) und von Randi Wade, einer menschlichen Privatschnüfflerin. Eine gute Freundin von Willie ist blutig um's Leben gekommen und so beauftragt er seine langjährige Freundin Randi, den Mörder zu finden. Randi hat allerdings auch ein Interesse an dem Fall, denn ihr Vater ist unter ähnlichen Umständen vor vielen Jahren ermordet worden. Anschließend schlägt sich Randi mit der ermittelnden Polizei herum und Willie wird zu dem von ihm gehasst und gefürchteten und nicht minder mysteriösen Firmenboss Jonathan Harmon vorgeladen, der offenbar auch ein Interesse an dem Fall hat...
Und so beginnt die Story, die sich, wie gesagt, langsam bis ungefähr der Hälfte auf dem Crime Noir Genre aufbaut.

Meinung: Die Stimmung hat durchaus was, ich konnte mir mehrmals Szenen des Buches verfilmt in tiefen Schwarztönen, einem Cognacglas und einer qualmenden Zigarre auf dem Tisch vorstellen, in dem die aktuelle Hauptfigur seine Gedanken aus dem Off vorträgt und im Hintergrund eine Jazztrompete cool vor sich hindudelt. Dennoch wurde mir das auf Dauer etwas zu langweilig und ich war dann sehr froh, als ich mehr von den Geheimnissen erfuhren durfte und auch vermehrt Werwölfe mitspielten. Die letzte Hälfte war wirklich spannend geschrieben und gleicht eher einem Actionthriller, der sogar ein paar blutige Szenen beinhaltet. Das Endstück ist sehr unterhaltsam und ich bedauerte wirklich, dass die Geschichte an der Stelle beendet wurde, denn das Setting hat durchaus Potenzial und wurde auch so geschrieben, dass es eine Fortsetzung geben könnte.
Auch bleibt bei mir eine große Frage nach dem spannenden Finale übrig, die ich mir an dieser Stelle aus Spoilergründen spare.
Das soll von mir keine Abwertung sein, sondern eher eine Anregung zum Weitermachen. (Hoffentlich liest Herr Martin gerade mit, gell? ;) ) Aber keine Sorge, man wird auf jeden Fall am Schluss nicht mit einem fiesen Cliffhanger alleine gelassen, sondern kann das erlebte sogar mit einem langem und interessanten Nachwort über George Martin ausklingen lassen.

Fazit: In der ersten Hälfte des Buches hätte ich mir ein wenig mehr interessante Details unter den Indizien der Detektivarbeit und ein wenig mehr Informationen rund um den Werwolf Mythos gewünscht, ich hatte das Gefühl, es wurde gewollt verschleiert, um die Spannung zu halten, was vielleicht 1989 auch noch wunderbar auf diese Weise funktioniert hat, aber mich ein wenig störte. Der Rest war dann jedoch supi bis zum Schluss und machte mir richtig Lust, mich mal wieder auf die Suche nach gelungenen Werwolf Geschichten oder Filmen zu machen.

Äußerst spannende, anspruchsvoll geschriebene Werwolf-Story mit einem originellen Plot

von Florian 24. August 2014
„In der Haut des Wolfes“ stammt in seiner ursprünglichen Fassung aus dem Jahr 1989 und befasst sich, der Titel lässt es erahnen, mit dem Werwolf-Mythos. Außerhalb von Kurzgeschichten, Heftromanen und Romancy-Verklärungen gibt es leider nur wenige originelle Geschichten über diese faszinierenden Kreaturen, deren Symbolträchtigkeit mindestens ebenso groß ist, wie die der Vampire. Wie könnte man die unter dem Deckmantel der Zivilisation verborgenen und durch anerzogene Werte und Normen unterdrückten Triebe besser darstellen und beschreiben als durch die Form einer wilden Bestie, beispielsweise eines Wolfes?

Über dem Klappentext ist die Rede davon, dass sich Elemente des crime noir mit dem Werwolfmotiv verbinden, und das kann an dieser Stelle nur bestätigt werden. Die Hauptfiguren der Novelle sind die Privatdetektivin Randi, die immer noch unter dem mysteriösen Tod ihres Vaters leidet, sowie ihr platonischer Freund Willie, der sein Inkasso-Büro mit Herz und Mitgefühl leitet, aber trotzdem ein dunkles Geheimnis hütet. Und ja, auch die überraschenden Wendungen sind nicht aus der Luft gegriffen. Tatsächlich nötigt Martin dem Genre neue Facetten ab und erzählt seine Werwolf-Geschichte anspruchsvoll und klug. Joachim Körber ist es außerdem gelungen die Story fabelhaft zu übersetzen, und beweist damit einmal mehr, dass er ein As auf seinem Gebiet ist.

Die Novelle erscheint bei Festa als schmuckes Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Letzteres dient wohl eher der Optik und dem Gesamteindruck, denn die meisten Leser dürften den relativ kurzen Text in einem Rutsch durchlesen. Abzüglich des interessanten und informativen Nachwortes von Christian Endres und der größtenteils sehr gelungenen und atmosphärischen Innenillustrationen von Timo Würz bleiben als reiner Text zirka 120 bis 130 Seiten übrig. Mit knapp 15 Euro ist das Buch aber nur unwesentlich teurer als die Taschenbücher. Das Titelbild stammt ebenfalls von Timo Würz, dessen Stil sich deutlich von dem üblichen Erscheinungsbild der anderen Titel des Verlags unterscheidet. Der Stil erinnert an eine düstere Graphic Novel und passt hervorragend zu Titel und Inhalt.
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