Die Verdammten

HORROR TB - Band 70

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5 Kundenmeinung(en)

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Kundenmeinungen

Mother Nature is a bitch...

von Thomas 5. September 2017
Bewertung
Manche Verlage splitten einzelne Bücher in mehrere Teile. Nicht so der Festa Verlag, oder zumindest nicht mit diesem Buch. Hier ist die Devise: Aus Drei mach Eins! Die Originalromane „Concrete Jungle“, „Neighbourhood Jungle“ und „Suburban Jungle“, welche 2010, 2011 und 2013 erschienen, hat man hier einfach unter dem Titel „Die Verdammten“ zusammengefasst und 2014 auf den Markt geworfen.
Autor Brett McBean verzichtet auf übernatürlichen Schnörkel a´la Zombies oder Dämonen und verlässt sich vollkommen auf die Auswirkungen, welche Mutter Natur dem Menschen aufdrücken kann, wenn sie sich zu Wehr setzt.
Keine langsame Veränderung der Umstände zwingt die Menschheit sich auf eine neue Art des Lebens einzustellen, sondern alles geschieht in einem kurzen Augenblick – ok, das ist schon ein wenig übernatürlich, doch nehme ich es einfach einmal als Mittel zum Zweck hin, um sofort in medias res gehen zu können.
Das der Mensch an sich ein Raubtier ist, ist nicht wirklich eine umwerfende Neuerung im Gedankengut und so ist es auch nicht verwunderlich, wie sich McBeans Protagonisten verhalten. Jeder versucht das auszuleben, was eh schon in ihm schlummert und in ein paar der Handlungsweisen konnte ich sogar Dinge entdecken, welche mir selbst unter solch apokalyptischen Umständen nicht fremd wären.
Verzweifeltes Festhalten an alten Strukturen die eh nicht mehr Bestand haben können, das Abrutschen in Anarchie und Chaos, sowie der Versuch eine neue Weltordnung unter despotischen Verhältnissen aufzubauen – all das sind für „Bestie Mensch“ vollkommen normale Verhaltenswiesen und Regungen, welche ich während und nach einer Apokalypse erwarten würde.
Die Schreibe von McBean kann man mit Fug und Recht als intensiv und plakativ bezeichnen, denn seine Schilderungen gehen an die Lesenieren und lassen die Darsteller seiner Dystopie genauso schnell und farbig lebendig werden, wie seine Beschreibungen der Umwelt und wie es ist in ihr zu leben. Schauplätze werden sehr ausführlich für das Kopfkino beschrieben und auch wenn diese Orte noch niemals besucht hat, könnte man sich dort zurechtfinden.
Da dies ein Buch des Festa Verlages ist, sollte dem geneigten Leser auch von Anfang an klar sein, das es sich nicht um eine Kuschel-Dystopie handelt, sondern das die Dinge wieder roh und ungeschönt beschrieben werden, wie es in einem Festa Buch Gang und Gebe ist. Die Welt ist hin, die Zivilisation auch und auf ein Happy End braucht man erst gar nicht zu hoffen, denn das wäre ja mal wieder langweilig und nur was für Einhornstreichler.
Braucht man solche Bücher, die einem während des Lesens kein kuscheliges Gefühl in der Magengegend verursachen? Ich denke das dies definitiv der Fall ist! In Zeiten von Teeniedystopien und netten Monstern, welche sich in ihre Opfer eher verlieben statt sie kurz und klein zu slashen, ist es immer wieder erfrischend sich von einem Festa Buch Geschichten präsentieren zu lassen, welche nicht immer vollkommen an der Realität zerren, aber dennoch durch die realitätsnahen Dinge in ihnen extrem punkten können.
Gerade „Die Verdammten“ steht bei mir eher in der realistischen Ecke denn, wie bereits erwähnt, so weit hergeholt sind die Verhaltensweisen der agierenden Personen nicht, als dass man sie komplett von der Hand weisen könnte.
Für mich wieder eine „Dystopie mal anders!“, welche mich auch ohne langsame Menschenfresser und dämonische Geißelungen begeistern konnte.

Interessante Grundidee, aber McBean kann es eigentlich viel besser.

von Wolfgang Bruner 13. Januar 2015
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Während eines Einkaufstrips geschieht das Unglaubliche: Beth ist gerade mit ihrer Tochter auf dem Weg zum Auto, das sie in einem der Parkdecks des Einkaufszentrums geparkt hat, als Bäume aus dem Boden schiessen und die Umgebung in einen undurchdringlichen Urwald verwandeln. Noch ahnt niemand, dass diese rätselhafte Naturkatastrophe über den ganzen Erdball hereingebrochen ist.

*

“Die Verdammten” vereint McBeans Dschungeltrilogie (“Der Dschungel aus Beton”, “Der Dschungel von nebenan” und “Der Dschungel der Großstadt”) in einem Band. Die drei Geschichten haben, bis auf das Ende, nichts miteinander zu tun. Sie spielen lediglich im gleichen Szenario und der Leser muss sich bei jeder Geschichte auf neue Charaktere einlassen. Was als ziemlich atmosphärisches Endzeitdrama beginnt, wird in der Mitte sehr seicht und beginnt erst zum Ende hin wieder, einigermaßen stimmungsvoll zu werden. Aber eines nach dem anderen.

Zuerst einmal: Brett McBean kann es eindeutig besser, das hat er unter anderem mit seinen Romanen “Die Mutter”, “Das Motel” und “Buk und Jimmy ziehen nach Westen” bewiesen. Mit “Die Verdammten” hat er zwar eine im Grunde genommen interessante Idee vorgelegt, die sich aber leider im Handlungsverlauf immer mehr in unlogische und teilweise nicht nachvollziehbare Ereignisse verstrickt. Hätte McBean die Hauptpersonen des ersten Teils in den weiteren beiden Teilen mitagieren lassen, wäre mit Sicherheit ein weitaus besseres Ergebnis herausgekommen. So muss man sich in jedem Teil leider auf eine neue Geschichte und neue Personen einlassen.

Der Schreibstil ist ungewohnt einfach gestrickt, da bin ich von McBean eindeutig Besseres gewöhnt. Aber nichtsdestotrotz fliegt man durch die drei Geschichten und kann sich schwer davon losreißen, denn das beschriebene Szenario hat durchaus seinen Reiz. Doch gerade die erste Geschichte ist es, die mich am meisten in den Bann gezogen hat, denn die Ausgangssituation war fast schon filmreif. Und auch die Chararakterzeichnung war hier noch am besten.
Die zweite Story flacht sehr ab und war für mich die absolut uninteressanteste. Bei der letzten Geschichte trat McBean dann wieder mehr aufs Gas und schilderte wieder Geschehnisse, die ich mir ohne weiteres als Film vorstellen könnte.

Ich persönlich hatte keine Probleme mit den vielen Ungereimtheiten, die im Verlauf der Geschichte auftraten, denn die Grundaussage der Trilogie, dass sich die Natur an der Menschheit rächt, hat mir sehr gut gefallen. Insgesamt ähnelt in allen drei Büchern der Schreibstil dem von Richard Laymon, obwohl natürlich McBeans eigener Stil deutlich herauszulesen ist. Durch die verschiedenen Hauptpersonen in den drei Geschichten wirkt “Die Verdammten” leider nicht ganz ausgegoren, schon aus diesem Grund hätte ich mir gewünscht, dass die Personen der ersten Geschichte auch die Abenteuer der beiden nachfolgenden bestritten hätten.

*

Fazit: McBean hätte aus der interessanten Grundidee mehr machen können. Nichtsdestotrotz liefert er einen sich wohltuend von anderen Endzeitszenarien abhebenden, teils brutalen Thriller ab, der, obwohl relativ einfach geschrieben, sehr bildreich eine Welt darstellt, in der die Natur die Herrschaft über die Erde übernimmt. Für McBean-Fans ein Muss, für Einsteiger in die literarische Welt des Autors eignen sich seine anderen Werke auf jeden Fall besser.

© 2015 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Not the book it seems to be

von HellFrozeOver 6. Juni 2014
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Als ich dieses Buch bei Festa entdeckt habe, dachte ich mir " Wow, mal was Neues und Endzeit Bücher gehen immer". Da ich natürlich nicht die Katze im Sack kaufen wollte, habe ich dann natürlich die Leseprobe gelesen und habe danach das Buch über Amazon erworben.
Nachdem das Buch dann bei mir Zuhause angekommen war, habe ich den ersten Teil davon regelrecht verschlungen bis dieser aus heiterem Himmel endete und der größte Schwachsinn an Horror/Endzeit Literatur begann, denn ich bis zu diesem Zeitpunkt gelesen hatte.
Das Buch besteht nämlich aus 3 "Kurzgeschichten" die zwar alle im gleichen Szenario angesiedelt sind , jedoch sonst ohne Zusammenhang verlaufen (bis auf das grottige Ende).
Leider wird das in der Inhaltsangabe nicht erwähnt und auch durch die Leseprobe kommt man nicht drauf..

Jedenfalls hat mich dieses Buch sehr enttäuscht, da ich von Festa sonst nur gut Qualität gewöhnt bin und die Produktbeschreibung sehr irreführend ist.
Leider habe ich das Buch bei Amazon bestellt und so kann ich es nicht zurückgeben was ich auf jeden Fall machen würde.

Der erste Teil des Buches war wirklich gut gemacht, auch wen die Sprache und Vergleiche teilweise sehr billig und aufgesetzt übertrieben wirkte. Wäre dieser Teil weitergeführt/ komplexer geworden würde ich im 4 von 5 Punkten geben.
Teil 2 und 3 des Buches sind einfach nur schlecht und ich meine damit wirklich schlecht.
Eine Story sucht man vergebens, es geht nur noch um Töten, vergewaltigen und Menschenfleisch zu verspeisen (natürlich wird das Hirn bevorzugt! Kuru - Krankheit lässt grüßen)
Das Ende ist ebenfalls unter jeder Sau und eine Frechheit dem Leser gegenüber, da einfach der Großteil der "Bevölkerung" vernichtet wird und das aus.

Wenn man auf Kannibalismus und Bücher ohne Sinn und Story steht hat man hier wahrscheinlich ein Meisterwerk gefunden, alle anderen sollten meiner Meinung nach einen großen Bogen um dieses Buch machen.

Mfg HellFrozeOver

Beth

von Jörg Wald 5. Juni 2014
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eindeutig ein moderner klassiker der endzeit-literatur !
mcbean bringts!!!

Wenn Mutter Natur zuschlägt

von dark_angel 23. April 2014
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Beth will nach der Shoppingtour mit ihrer Tochter die Tiefgarage des Einkaufszentrums verlassen. Doch plötzlich brechen Bäume durch den Beton und verwandeln die ehemalige Tiefgarage in einen Urwald. Gemeinsam mit anderen Überlebenden suchen sie nach einem Weg nach draußen, was sich bald als ziemlich riskantes Unternehmen herausstellt. Zudem wächst das Unbehagen, dass diese Naturkatastrophe sich nicht nur auf die Tiefgarage beschränkt und die Gesetze, wie man sie bis dahin kannte, nicht mehr gelten. Ziemlich schnell mutiert die zivilisierte Gesellschaft zu einem Dasein, in dem der Stärkere gewinnt und einzig der überlebt, der sich anpasst.

"Die Verdammten" von Brett McBean vereint in der deutschen Fassung den Dreiteiler "Concrete Jungle", "Neighbourhood Jungle" und "Suburban Jungle". Gemeinsam hat der Dreiteiler, dass es die Auswirkungen der Naturkatastrophe zeigt und wie die Überlebenden damit umgehen. Da der Roman in drei verschiedenen Zeitebenen spielt, begegnen dem Leser jeweils andere Charaktere als zu Beginn.

Dass die Endzeit beispielsweise nicht durch Krieg oder einem atomaren Ereignis ausbricht, sondern Mutter Natur sich ihr Reich zurückerobert, fand ich sehr originell. Es war sehr interessant zu verfolgen, wie schnell sich so mancher Charakter an die neuen Gegebenheiten angepasst hat oder noch immer der Vergangenheit nachweint. Vor allem hat Brett McBean es geschafft, aus so manchem Charakter mehr herauszuholen als man zu Beginn vermutet, wie z.B. dass ein gewöhnlicher Charakter sich plötzlich als Psychopath entpuppt oder Verhaltensweisen an den Tag legt, mit denen man nie gerechnet hätte. Brett McBean hält damit eine breite Auswahl parat und so mancher Leser wird sich vielleicht fragen, wie man selbst darauf reagieren würde.

Aber abgesehen von den "philosophischen" Überlegungen, zu denen das Buch manchen Leser verleiten mag, Brett McBean versteht sein Handwerk, den Leser zu unterhalten. Der einfache und flüssige Stil des Autors macht es einem leicht, sich in die Geschichte einzulesen - egal in welcher Zeitebene man sich gerade befindet.
Der erste Teil beginnt sehr rasant und spannend und ich hätte mir gewünscht, länger bei den beschriebenen Charakteren verweilen zu dürfen. Im Laufe des zweiten und dritten Teils lässt meiner Meinung nach der Spannungsbogen etwas nach, ohne dass aber die Spannung in den Keller fällt oder gar die Brutalität nachlässt. Man bleibt nichtsdestotrotz an den Seiten gefesselt und verzeiht es dem Autor, dass vereinzelte Details nicht gänzlich logisch erscheinen oder konstruiert wirken.