American Wasteland

Horror & Thriller - Band 95

Bewertung
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Kundenmeinungen

Naja.

von Velvet Van Black 2. November 2018
Bewertung
Durch den „Outbreak“, dem sogenannten Würmerregen und der darauf folgenden Nuklearkatastrophe liegt Amerika brach. Was darauf folgt ist Anarchie, perfekt für den freiheitsliebenden Outlaw Biker John Slaughter, dem Präsidenten der Devil’s Disciples. Einem inneren Gefühl folgend, macht sich John auf den Weg in die Dead Lands. Auf dem Weg dorthin, wird er immer wieder mit Verwurmten konfrontiert und muss sich mit der gewalttätigen Red Hand, einem ehemaligen rivalisierenden Club auseinander setzen.
Das Militär plant etwas gegen die Seuche zu unternehmen und nimmt John gefangen. Er bekommt ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Slaughter soll mit einem zusammengestelltem Team, der letzten 6 Überlebenden Devils in die Dead Lands fahren, um die Biologin Katherine Isley zu befreien. Als ehemalige Angestellte der Seuchenschutzbehörde , ist sie die einzige Überlebende, die einen Kampfstoff gegen die Würmer kennt.
In seinen Träumen wird Slaughter immer wieder vom Mann in schwarz, dem Black Hat heimgesucht und je weiter sie in die Dead Lands fahren, desto gruseliger wird die Umgebung und ihre Bewohner…

Fange ich mal an….
In der ersten Hälfte des Buches erfährt man einiges über John Slaughter und die Gepflogenheiten des Biker Daseins (saufen, rauchen, vögeln,morden…) und trotz des Inputs, werde ich mit ihm nicht wirklich warm. Liegt vielleicht an seiner „0815 andere Menschen sind mir egal Einstellung „ Er lebt für den Club und immer wieder wird betont , dass er der knall harte 1%er ist ( die Welt geht den Bach runter, da interessiert es eh niemanden mehr, wenn du wann umgebracht hast…)

Ab der zweiten Hälfte des Buches wird es völlig strange und ich bin aus dem Kopfschütteln nicht mehr rausgekommen. Curran vollführt einen Stilmix, der nun ja etwas merkwürdig war. Von dem postapokalyptischen Endzeit Road Trip à la Walking Dead, zu Indiander Mythen und anderen uns bekannten Szenen aus „Vlad der Pfähler“, Stephen King und ähnliche . Leider hat mir dieser Wechsel ein bisschen das Gefühl gegeben, dass ihm irgendwann nichts mehr eingefallen ist und er Material zum füllen gebraucht hat.
Es ist ein Buch mit Zombies, dass man diese auf 1 Millionen Arten zerhackstücken kann wissen wir ja nur zu genüge, trotzdem hat es dem Buch etwas den Flow genommen auf gefühlt jeder 5 Seite ein Massaker mitzuerleben. Etwas mehr Handlung wäre nicht schlecht gewesen.
Apropo Zombies, die Idee der Verwurmten hat mir gefallen. Würmer die vom Himmel fallen (warum weiss ich bis heute nicht :-D ), sich in den Menschen einnisten, diesen so töten und wieder auferstehen lassen. Prinzip kennt man ja irgendwie, aber in dem Fall, sind die „Dead Heads“ so schlau und können Waffen benutzen und menschliches Verhalten imitieren.

Curran liefert gute Ansätze (nuklear entstande Mutanten, Kannibalen…), lässt diese Ideen, aber leider im Sand verlaufen . Wer eingefleischter Fan von ihm ist und auf liebevoll beschriebene verwesende Körperteile und Gedärme steht wird dieses Buch lieben. Als Curran Neuling hat mich dieses Buch nicht überzeugt und ich glaube es wird auch kein zweites geben .Deswegen gebe ich auch nur 3 von 5 Totenköpfen.

Nonstop in die Hölle...

von Lukes Meinung 22. Juni 2017
Bewertung
Da dies jedoch auf die Dauer recht öde ist, sollte man sich etwas einfallen lassen um den Horrorkonsumenten noch mit ein wenig frischeren Ideen zu beliefern. So gibt es also schnelle Zombies, Zombies welche unsere Gesellschaft nachahmen weil sie nicht gepeilt haben das sie eigentlich tot sind, Zombies die von ihren Gegenparts nicht so genannt werden und Zombies in Love – was sicher Twilight geschuldet ist.

Tim Currans Zombies sind jedoch noch einen Zacken wirrer als die bisher oben genannten Exemplare der walking Dead. Seine Zombies entstehen, indem sie durch einen Wurm kontaminiert werden, welcher den Wirt innerhalb kürzester Zeit umbringt um ihn dann in noch kürzerer Zeit wieder mit untotem Leben auferstehen zu lassen.

Autor Tim Curran ergeht sich genüsslich in wahren Orgien an detallierten Beschreibungen, sobald es an das Auslöschen der zerfallenden Kadaver geht und lässt keine Möglichkeit aus das Kopfkino des Lesers mit den unappetitlichsten Bildern zu colorieren.

Curran scheint einen höllischen Spaß daran zu haben auch die kleinste Kleinigkeit auszuwalzen. Nicht nur, das er sehr gut recherchiert hat – sich z.B. komplett in einen Outlaw Biker hineinzusetzen vermag – er bedient sich einer Bildsprache wie ich sie bisher nur selten gelesen habe. Würde man das Buch auf die wesentlichen Bestandteile reduzieren, käme man sicher mit einem Drittel des Umfangs gut zurecht, doch wie der Amerikaner sagen würde: Where´s the fun in that?

John Slaughter, der Held des Ganzen, scheint eine weitreichend vorbestimmte Mission zu haben von der er nicht viel weiß und welche ihm eher durch übernatürliche Spiegelungen und Bauchgefühlen, die nichts mit schlechtem Essen zu tun haben, vermittelt wird. Als er gefangen genommen wird und den Auftrag erhält eine Biologin aus den Klauen einer paramilitärischen Organisation zu befreien, hat man das Gefühl Lee van Cleef würde gerade Kurt Russel in Richtung New York schicken, auch wenn Snake Plissken sich nicht gegen Zombies hat behaupten müssen.

Ähnlich düster, wie in Carpenters dystopischem Klassiker, ist auch die Grundstimmung von Currans Dystopie, welche einen ansehnlichen Mischmasch an alten Bekannten abliefert, ohne sich dabei jedoch zu sehr in den Farben der Altvorderen zu verlieren.

Auf seiner Reise in die Weststaaten der USA bekommt Slaughter es jedoch nicht nur mit Zombies zu tun. Riesige Spinnen und andere Mutationen, welche durch die Bombardierung diverser Landstriche mit Atombomben erschaffen wurden, trachten ihm und seinen Begleitern ebenfalls nach dem Leben.

Die Deadheads (Zombies) in den Deadlands sind zwischendurch auch reine Nebensache, denn Curran lässt Slaughter auch ein wenig in der Geschichte der Indianer herum schnüffeln. Slaughters großer Widersacher – Black Hat, Skeleton Man oder wie man ihn auch immer nennen mag – weißt viele Züge eines Stephen King Dämons auf, auch wenn mir die Herangehensweise an das Böse von Curran wesentlich mehr zusagt als die des Altmeisters.

„American Wasteland“ ist keine Durchschnittsdystopie, sondern hebt sich in Sprache (nichts für Muttis Liebling), Idee und Umsetzung ein gutes Stück vom normalen Tagesgeschehen in Richtung Zombie-Apokalypse ab.

Festa delivers, denn der Verlag legt ja großen Wert darauf, etwas andere Literatur anzubieten – also Dinge an die sich Papas Verlage nicht trauen, weil entweder die Sprache zu bösieböse, die Story zu rattig oder auch der Rest eben von härterer Gangart ist.

Tim Curran hat mich mit diesem Roman angefixt, denn der Mann schreibt wie der Leibhaftige selbst! Eine Geschichte wie ein Fiebertraum, ein Roadtrip durch die Hölle eines schlechten Drogenrausches – alles endet in einem orgiastischen Finale, welches dem Leser zwar viel abverlangt ihn aber am Ende in dem Gewissen zurück lässt beim Höllentrip durch die Postapokalypse in der ersten Reihe mit dabei gewesen zu sein.

Leseempfehlung für alle die schon genug haben von Rick Grimes und den anderen Weichspül-Apokalypstern!