Longmire: Bittere Wahrheiten

Bewertung
6 Kundenmeinung(en)

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Kundenmeinungen

Liebe Leute Groß und Klein zieht Euch dieses Buch bald rein!

von Michael 19. September 2017
Bewertung
Das Buch nach der gleichnamigen Us-Serie ist so fessselnd und spannend bis zum Schluss,so dass man einfach nicht damit aufhören kann. Also echt ein Hammer. Ich habe es etwa zur Hälfte des Buches 2 Kollegen erzählt und die haben es sich auch gleich bestellt und empfanden beim lesen in etwa das Gleiche wie ich. Es geht im Endeffekt um den Tod eines jungen Mannes,der 2 Jahre zuvor mit 3 Schulkollegen ein Cheyenne Mädchen vergewaltigt hat. Und "Longmire" versucht eben dies alles aufzuklären. Also echt ein toller Roman von Beginn an und zu empfehlen für Jeden. Also holt Euch dieses Buch und Ihr werdet nicht enttäuscht, im Gegenteil. Danke.

Prädikat: Absolut lesenwert!

von Christin 29. August 2017
Bewertung
"Bob Barnes sagt, sie haben draußen im BLM-Gebiet eine Leiche gefunden. Er ist auf Leitung eins.“ [Buchbeginn]

Walt Longmire ist seit mehreren Jahren Sheriff einer Gemeinde in Wyoming. Bis auf regelmäßige traditionelle Events mitsamt deren Betrunkenen und Randalierer, gibt es in der „Rentnerhauptstadt“ kaum aufsehenerregende Ereignisse. Zwar gibt es immer wieder kleine Meinungsverschiedenheiten mit dem benachbarten Indianer-Reservat und deren Bewohnern, aber auch das ist kaum nennenswert.

Entsprechend nimmt man den Anruf zunächst nicht sonderlich ernst. Eine Leiche? Das ist bestimmt ein Betrunkener, der in der Wüste eingenickt ist und sich im Koma-Schlaf befindet. Oder ein Schaf. Schließlich hat Bob eine Menge davon auf den Weiden und trinkt gerne ein Bierchen dabei oder zwei oder drei. Da kann man aus der Ferne schon einmal was verwechseln.

„Hallo Zuckerpuppe…“
„Hallo, Blödmann“, erwiderte die Stimme am anderen Ende der Leitung. „Es ist kein totes Schaf.“ Ich war verwirrt und brauchte einen Moment, bis ich begriff, was los war. Ich senkte die Stimme. „Was haben wir?“ (S.41)

Rasch ist jedoch sicher, das der gute Bob nicht gelogen hat und man wird sofort aktiv. Ermittler werden an den Fundort geschickt und letztlich wird klar, dass das Opfer Cody Pritchard heißt. Jener Cody hatte zusammen mit drei Freunden ein Indiandermädchen vergewaltigt. Der Vorfall hatte extreme Wellen geschlagen und nicht jeder war damals mit dem Strafmaß zufrieden. Will nun jemand den Rächer spielen?

Während man sich auf die Suche nach dem Täter macht – erste Ermittlungen richten sich natürlich gegen die Gegner der Vergewaltiger – schlagen sich die Bewohner mit dem Alltag herum. Weihnachtsbeleuchtung zum Beispiel. Oder aktuelle Footballspiele und eine Frau für Walt muss auch her. Nach dem Tod seiner Frau hat er sich ein wenig gehen lassen und sich in eine sichere Kapsel zurückgezogen, was dieses Thema angeht.

„Walt, wir müssen über ein paar Sachen reden.“ […] „Es gab mal eine Zeit, in der dieser Lebensstil angebracht war – der trauernde Witwer, der tapfer durch das Meer aus Depression und Pappkartons segelt. Danach die Ära des exzentrischen Gesetzeshüters. Aber jetzt, Walt, mein Freund, bist du nur noch ein Waschlappen.“
Ich griff meinen Kaffeebecher etwas fester und rückte meinen Bademantel zurecht. „Aber ein liebenswerter Waschlappen.“ (S. 79)

Die Wortspiele zwischen Henry, seinem guten Freund und Vic, seiner Deputy und Anwärterin des Sheriff-Postens sind einfach Gold wert. So handelt man sich einfach stupide einen Mordfall ab. Sucht Tatwaffe, Täter und Motiv. Sondern man kann den Charakteren bei ihrem Leben und ihrer Entwicklung zuschauen. Wie man an den Zitaten sicher schon gemerkt hat, berichtet Walt aus seiner Sicht. Somit ist man noch näher dabei.

Trotz der vielen alltäglichen Dinge, verliert man nie das eigentliche Ziel vor Augen. Denn die Welt ist ein Dorf, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken, ob der für den Fall relevant ist, muss rausgefiltert werden. Ich selbst hatte immer ein paar Verdächtige im Visier. Konnte aber bis kurz vor Schluss – genau wie der Sheriff – nicht klar den Namen des Täters aussprechen.

Letztlich hat mich dieser Serienauftakt sehr gut unterhalten. Der Stil sowie das Flair von Craig Johnson erinnern an James Lee Burke. Man hat das Gefühl der gute Walt Longmire und Hackberry Holland hatten die gleichen Eltern und wurden bei der Geburt getrennt. Wer also den einen Sheriff mag, kommt um den anderen nicht herum.

Prädikat: Absolut lesenwert!

Absolut lesenswert

von Manuela 14. August 2017
Bewertung
Inhalt: Als Walt Longmire die Meldung bekommt das eine Leiche entdeckt wurde, hält er das zunächst für einen schlechten Scherz und schickt seine Mitarbeiterin Vic, zum Fundort von was auch immer, nur leider stellt sich heraus, es gibt diese Leiche tatsächlich. Cody Pritchard wurde in der Nähe des Indianerreservats erschossen. Jagdunfall oder Mord? Cody hatte vor einigen Jahren die Cheyenne Melissa, gemeinsam mit einigen Kumpanen, brutal vergewaltigt und gefoltert.

Meine Meinung:
Staubige Straßen, weite Landschaften, einsame Helden mit weißen Hüten und die Bösewichte in schwarz, das waren die Western meiner Kindheit und die kannte ich auch nur aus Groschenromanen in denen die Helden zumindest in meiner Erinnerung immer Heldenhaft waren.
Walt Longmire ist anders, übergewichtig und immer noch voller Trauer über den Tod seiner Frau, kehrt er Abend für Abend in das halbfertige Haus zurück, in dem er den Rest seines Lebens mit seiner Frau verbringen wollte und in dem er nun zwischen Umzugskartons lebt. Jetzt könnte man denken, wieder so ein verkorkster Ermittler, dessen Privatleben die Arbeit beeinflusst, aber dem ist nicht so, Longmire ist einer der besten und sympathischsten Sheriffs die mir in meinem Leserleben untergekommen sind, man muss ihn einfach mögen.
Der 1961 geborene Autor Craig Johnson vermochte es die Landschaft Wyomings vor meinem inneren Augen entstehen zu lassen, die Berge die sich Longmire in Vietman geschworen hatte täglich anzusehen wenn er wieder nach Hause kommt, waren zum Greifen nah.
Johnson lässt es gemächlich angehen, er stellt seine Protagonisten vor und lässt sie quasi nebenher in dem Mord ermitteln, bis er gegen Ende an Tempo zulegt. Das Buch wird allerdings trotz der eher ruhigen Erzählweise niemals langweilig, im Gegenteil, ich habe mich sehr wohl gefühlt in Absaroka County, mit seinen skurrilen Menschen, ich habe wirklich mit ihnen gefühlt. Und mir ist wirklich etwas passiert, worauf ich bei Krimis absolut keinen Wert lege, ich habe gelacht, nicht durchgehend natürlich, aber so manche Situation oder Unterhaltung war wirklich amüsant und hier muss sicherlich dem Übersetzer ein großes Lob ausgesprochen werden, er hat einen fantastischen Job gemacht.


Ich gebe für Longmire von Craig Johnson eine absolute Leseempfehlung, er hat es geschafft die Atmosphäre eines klassischen Westerns in die heutige Zeit zu transportieren, er hat gezeigt das Freundschaft ohne viele Worten sondern von Taten lebt. Ich bin gelinde gesagt, hin und weg und freue mich auf die nächste Begegnung mit Walt Longmire.

Atmosphärischer Western-Krimi

von PM thinks 10. August 2017
Bewertung
Inhalt (in eigenen Worten):

Walt Longmire ist der grummelige Sherriff in Absaroka County. Verwitwet und ohne regelmäßigen Kontakt zu seiner Tochter besteht sein Leben daraus, zu trinken und seinem Job nachzugehen. Als die Leiche von Cody Pritchard gefunden wird, erwacht ein alter Fall zu neuem Leben: Cody und seine Freunde hatten ein junges Indianer-Mädchen vergewaltigt und wurden nur unzureichend verurteilt. Beginnt jemand drei Jahre später einen Rachefeldzug?

Meine Meinung:

Ein spannender Thriller im Setting des Wilden Westens? Das klingt gut. Der Klappentext klang noch vielversprechender und so wagte ich mich mal wieder an einen Thriller.

Vorab muss ich sagen, dass ich die Thriller-Elemente vergeblich suchte. Stattdessen kam ich zu dem Vergnügen, einzigartige Charaktere mit Ecken und Kanten kennenzulernen und in eine Welt einzutauchen, in der man sich wohlfühlt.

Craig Johnson hat das außergewöhnliche Talent, einen richtigen Film vor dem Auge des Lesers abspielen zu lassen. Detaillierte Beschreibungen versetzten mich sofort in die atemberaubende Schönheit dieses Staates. Berge, einsame Weiten, Schnee auf dem Mantel. Ich genoss die Ruhe und fuhr mit Longmire über die weiten Straßen. Was für ein Erlebnis!

Ebenso detailliert schildert er seine Charaktere, durch die Sichtweise von Longmire lernt man sie auf eine besondere Art kennen und man kann nicht anders, als sie ins Herz zu schließen. Ob nun seine Mitarbeiterin Vic (eine toughe Polizistin) oder sein bester Freund Harry Standing Bear. Selbst kleinste Nebenrollen sind eindrucksvoll und überzeugend, so hätte ich von Al zum Beispiel gerne mehr gelesen.

Oftmals musste ich schmunzeln oder gar laut lachen, denn das Kleinstadtleben und die Einwohner waren einfach zu gut beschrieben. Kleine Quelereien, Freundschaften, die keine Worte benötigen und ein Zusammenhalt, der seinesgleichen sucht. Und irgendwie löste es Sehnsucht aus ... Sehnsucht danach, in das Buch zu klettern und weitere Abenteuer mit Walt und Harry und den anderen zu bestehen. Teil dieser Gruppe zu werden.

Nebenbei (und ja, wirklich nebenbei) wurde am Fall Pritchard gearbeitet. Manchmal hatte ich den Eindruck, der Mordfall diente nur als Hintergrund, um über Longmire, Standing Bear und all die anderen zu schreiben. Er trat zu Beginn nie in den Mittelpunkt, sondern entwickelte sich gemächlich. Erst ab ca. der Hälfte wurde es in dieser Hinsicht interessanter. Thrillerelemente? Fehl am Platz. Selbst als ich damit rechnete, passierte etwas unerwartet Ruhiges. Und doch konnte ich nicht vom Buch lassen.

Es ist wie ein gemächlicher Krimi, der sich behaglich durch die Seiten windet, einem immer mal kleine Hinweise zuspielt, ohne zu direkt zu werden. Und natürlich führen alle ins Leere, sodass man gegen Ende mit offenem Mund dasitzt und sich fragt, was man übersehen hat. Hat man überhaupt etwas übersehen?

Longmire - Bittere Wahrheiten von Craig Johnson wurde als Start einer neuen Thriller-Reihe im Western-Stil verkauft - bekommen habe ich zwar keinen Thriller, dafür allerdings einzigartige, authentische Charaktere in einem atmosphärischen Krimi mit überraschendem Ende.

Kauf- und Leseempfehlung

von Thomas 7. August 2017
Bewertung
Longmire ist kein Buch das den Leser wie ein Bulldozer mittreist, sondern eher gemächlich daherkommt. Es scheint dem reinen Leser von harten Thrillern vorkommen als gäbe es die eine oder andere Länge im Buch, doch dies scheint nur so. Denn auf mich wirken diese Längen durchaus genau so gewollt um den jeweiligen Figuren genug Raum zu geben um diese dem Leser näher zu bringen.
Die Figuren wirken durchweg echt und sehr glaubhaft und keineswegs konstruiert.
Durch seine Bildhafte Sprache gelingt es Johnson dem Leser die Landschaft in Wyoming sehr schön zu beschreiben und dem Leser direkt ein Bild in den Kopf zu pflanzen.
So war es für mich kein Wunder, dass ich sogleich ein Bild im Kopf hatte und die ganze Story lief dann ab wie ein bunter Film vor meinem inneren Auge ab.
Wäre die Story einige Jahrzehnte früher angesiedelt, hätte man direkt ein Bild mit Cowboys und Indianern im Kopf gehabt.
Wie soll man die Story beschreiben? Ich denke am ehesten wird man dem Buch und der Story gerecht wenn man es als einen modernen Western beschreibt.
Ich hatte immer wieder den einen oder anderen Verdächtigen im Kopf, jedoch immer nur kurz, weil dann die Story eine Wendung nahm, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Besonders die letzten Wendung zum tatsächlichen Täter hatte es in sich und ich habe so auf keinen Fall mit gerechnet.
Ich kann die Story bzw das Buch nur zu gerne empfehlen. Und ich bin gespannt, ob es weitergeht und wie.
Von mir gibt es die volle Punktzahl. 5 von 5 Sternen.

Tolle Figuren, große Bilder, genialer Roman

von Stuffed-Shelves.de 3. August 2017
Bewertung
Ich muss gestehen, dass ich die »Longmire«-Serie bislang nicht auf dem Schirm hatte. Weder in Form der TV-Serie noch Craig Johnsons Roman-Vorlagen. Nun bin ich über Facebook darauf aufmerksam geworden. Was soll ich sagen? Klang cool, hatte ich Bock drauf.

Es wird dann auch bereits auf den ersten Seiten klar, dass Johnson ein verflucht gutes Händchen dafür hat, Wyoming vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Die Stimmung und die Atmosphäre sind so dicht, dass sie beinahe schon greifbar sind. Damit war schon einmal die halbe Miete verdient, denn ich fühlte mich sofort mittendrin. Der Spannungsbogen baut sich dabei zunächst eher gemächlich auf. »Bittere Wahrheiten« ist kein Roman, der den Leser sofort auf eine wilde Achterbahnfahrt mitnimmt, sondern anfangs ein eher ruhiger Krimi, der vorwiegend durch die Chemie zwischen den Protagonisten vorangetrieben wird. Ähnlich einer Dampflok nimmt er aber stetig an Fahrt auf und treibt die Geschichte spätestens ab der Hälfte unaufhaltsam voran. Dabei mutiert der Roman aber nicht zum Actionthriller, Craig Johnson nimmt sich immer wieder die Zeit, ruhige Passagen einzubauen, die sich mit den Figuren selbst beschäftigen. Die Mischung ist gelungen, denn so hat man als Leser nie den Eindruck, es mit irgendwelchen austauschbaren und eindimensionalen Abziehbildern zu tun zu haben. Das Finale wird von einem Ende gekrönt, welches ich nicht habe kommen sehen. Ein gelungener Twist gibt dem Titel »Bittere Wahrheiten« eine ziemlich fiese Bedeutung, auch wenn ich gestehen muss, dass die Beweggründe des Täters schon etwas oberflächlich wirkten.

Ein echtes Highlight sind allerdings die Figuren als solche. Man stelle sich ein riesiges Einkaufszentrum vor, in dem, fein säuberlich auf Stangen geordnet, FBI-Agenten und CSI-Ermittler hängen und auf ihren Einsatz warten. Fragt man nun einen der Verkäufer nach einem Sheriff Marke Longmire, wird der einen zunächst verständnislos anschauen. Nach etwas überlegen wird er dann das Gesicht verziehen, den Kopf schütteln und antworten »Tut mir leid, aber der Longmire ist ein Einzelstück«. Und das gilt nicht nur für den Titelhelden, auch alle anderen Charaktere haben eine ganz eigene und unverwechselbare Art an sich, die zwar stellenweise etwas verschroben anmutet, sich dadurch auf der anderen Seite aber vom Einheitsbrei des Krimigenres abhebt. Dabei nutzt Craig Johnson die ruhigen Phasen von »Bittere Wahrheiten« geschickt, um nach und nach immer mehr Profil in seine Akteure zu schnitzen, sodass sie am Ende nicht nur einzigartig, sondern vor allem auch echt wirken. Dazu tragen auch die Dialoge, bei denen man sich oft ein Grinsen nicht verkneifen kann, ebenfalls ihren Teil bei. Die Wortgefechte zwischen Walt und seinem indianischen Freund Henry Standing Bear (oder aber Ladies Wear, je nachdem) und auch seinem Vorgänger Lucian Connally haben ein ungemeines Unterhaltungspotenzial, ohne dass der Roman dabei zu einer Posse verkommt.

Johnsons Stil hat es mir auch angetan. Wie eingangs erwähnt, hat er ein unglaubliches Talent dafür, das Absaroka County bildgewaltig vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen zu lassen. Dabei reicht er meiner Meinung nach an Meister ihres Fachs wie zum Beispiel James Lee Burke heran. Dazu trifft er genau die richtige Mischung aus ruhigen Passagen, Actionelementen und klassischem Krimi, ab und an garniert mit einer Portion indianischer Weisheit und Mythologie. Das ist, auch in der deutschen Übersetzung von Patrick Baumann, eine runde und absolut lesenswerte Sache.

Fazit:

»Longmire« hat es mir absolut angetan. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, welches auf allen Erzählebenen eine durchgehend so hohe Qualität bietet. Unverwechselbare sowie durch und durch realistische Charaktere treffen auf ein stetig steigendes Tempo und eine großartige Atmosphäre. Garniert wird das ganze mit einem bitteren Schlusstwist und einer Menge Humor in Erzählweise und Dialogen. Mehr davon!