Hart, brutal und sozialkritisch. Als hätte Palahniuk seinen berühmten Fight Club mit The Purge und 1984 gemixt.

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  1. Unterhaltsam, bissig und regt zum Nachdenken an
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    100%
    Das neueste Werk von Chuck Palahniuk (am meisten bekannt für "Fight Club") ist eine Mischung aus Dystopie und Gesellschaftssatire. Es spielt in einer Zukunft, in der die USA nach einer Revolution in drei neue Länder aufgeteilt werden und wie im (europäischen) Mittelalter leben.

    Das Buch erinnerte mich an die besten Frühwerke des Autors, an solche wie Fight Club, Survivor, Choke und Lullaby. Es ist sein großartiger Schreibstil, seine Running Gags, die Gesellschaftskritik und der Humor, die Palahniuk damals den Kultstatus verschafften und die in manchen seiner neueren Romane fehlten. Er hat zu seiner alten Stärke zurückgefunden und sie noch erweitert. Denn in "Adjustment Day" werden einige aktuelle Themen behandelt. u.a. Fake News, Social Media, der Aufschwung bei den Rechtsradikalen in den USA, das öffentliche Anprangern und die Me-Too-Bewegung.
    Die Entwicklung hat mich das eine oder andere Mal überrascht, aber das gehört ja schon zu den Markenzeichen dieses Autors. Manches ist dabei so grotesk und (selbst)ironisch, dass die ernsten Themen dadurch entschärft und auf eine unterhaltsame Art vermittelt werden, die weder polemisch noch verbissen wirkt. Palahniuk und Fight Club tauchen sogar selbst in dem Text auf, was dem Ganzen auch noch eine Meta-Ebene verpasst.
    Es gibt viele skurrile Charaktere und dadurch viele verschiedene Sichtweisen, die oft sehr weit auseinander gehen. Dadurch entsteht ein objektiverer Gesamteindruck ohne Meinungsmache.
    Den Lesern wird viel Interpretationsraum gelassen und man fragt sich, was davon "Fake-News" und was "wirklich wahr" ist. Das typische Problem im Internet-Zeitalter.
    "Adjustment Day" ist ein erstklassiges Buch, das sowohl zum Nachdenken anregt als auch unterhält.

    Bewertung von

    Geschrieben am

  2. So wahr, dass es weh tut.
    Bewertung
    100%
    Was wäre, wenn du die Macht hättest Geschichte zu schreiben?
    Würdest du das System stürzen, um deinem Dasein in Arbeit und Armut ein Ende zu bereiten?
    Liegt dir genug an deinen künftigen Nachkommen und ihrem Wohlergehen, um den Weg dafür zu ebnen?

    Dann lausche den Worten Talbott Reynolds. Lies seine Schrift. Öffne die Augen und dein Herz für den Adjustment Day!


    Uff. Zu diesem großartigen Werke Palahniuk's eine Rezension zu verfassen fällt mir nun nicht gerade leicht; wer seine übrigen Bücher mochte, wird dieses kongeniale Stück Literatur lieben!
    Doch lasst mich versuchen euch den Grund für diesen Eindruck zu erklären:

    Schon auf den ersten Seiten wird ein unheimlich guter Spannungsbogen mit arg beklemmenden Backround-feeling aufgebaut - wie und warum kann ich euch leider nicht verraten; genauso wenig ist es möglich nähere Angaben zur Geschichte zu machen, ohne dem ganzen Werk seinen Zauber an Komplexität und Genialität zu rauben.

    "Adjustment Day" ist eine einzige große Frage der Macht und Intelligenz des einzelnen Menschen und der Gesellschaft im Ganzen.
    Wie leicht lassen wir uns manipulieren? Hinterfragen wir die großen Worte eines anderen oder folgen wir ihnen blind ins Paradies oder gar ins Verderben?
    Wird der Mensch je Zufriedenheit erlangen auf der endlosen Reise zur Macht und Anerkennung?

    Einen großen, einzelnen Plot gibt es hier nicht. Viel mehr finden wir ein Mosaik verschiedener Persönlichkeiten und ihren Eindrücken und begleiten diese in der Zeit vor, während und nach dem Adjustment Day.
    Einfache Absätze lassen uns erkennen, dass ein Szenen und Blickwechsel vorgenommen wird. Anfangs fand ich diese Erzählweise etwas anstrengend, doch je mehr verschiedene Figuren ich kennenlernte, je weiter ich mich in das äußerst skurrile "Was wäre wenn"-Szenario einarbeitete, desto faszinierter war ich und wollte wissen, wohin Palahniuk mich schickt!

    Chucky P. ist für seinen beißenden Zynismus bekannt - auch hier werden wir dessen fündig. Vielleicht besser, als jemals zuvor!
    Ich werde noch lange daran denken, welche Offenbarung dieses Buch für mich darstellte und wie bitter-böse die Ironie daran ist (behaltet diesen Satz im Hinterkopf, wenn ihr das Buch lest! :D).

    Normalerweise bin ich kein Fan von Dystopien - doch die herausragende Qualität diesen Werkes hat meinen Horizont erweitert und mich wahnsinnig erschreckt.
    Bei der aktuellen politischen Lage auf diesem Planeten würde es mich nicht wundern, wenn "Adjustment Day" eines Tages auf dem Index landet oder gar verbrannt wird.
    Palahniuk trifft einen Nerv, den die meisten (absichtlich) übersehen.

    Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig näher bringen, was mich an diesem Werk so fasziniert und bewegt hat.
    Eine klare Kauf- und Leseempfehlung meinerseits, vorallem wenn euch gesellschaftskritische Romane interessieren!
    Ich persönlich brauche jetzt aber erstmal Perwoll für meinen Kopf. :D


    Ich bedanke mich herzlichst beim Festa Verlag für Rezensionsexemplar und hoffe auch in Zukunft auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit!

    Bewertung von

    Geschrieben am

  3. Ungewöhnlich, aber möglich?
    Bewertung
    60%
    Eigentlich geht es um die Gruppen aus Homos und Heteros, Schwarzen und Weißen, Frauen und Männern. Es wird etwas angestoßen, was nicht mehr zu stoppen ist. Sehr detailliert wird die Veränderung beschrieben und man ist gespannt, wie es weitergeht. Zum Schluss fragt man sich, könnte so etwas wirklich passieren?

    Bewertung von

    Geschrieben am

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