Jackson, Shirley

Wir haben schon immer im Schloss gelebt

Jonathan Lethem: »Für mich ist dieses ungewöhnliche und traumartige Buch ihr Meisterwerk.«

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Beschreibung

Details

Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet.
Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr.
Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …

Selbstverständlich ist Shirley Jackson mehr als nur die »Queen of Horror« – sie ist eine der wichtigsten Autorinnen der US-amerikanischen Literatur.

Frankfurter Rundschau: »Das Buch geht unter die Haut. Die gespenstische Atmosphäre, in der die beiden Schwestern und der halb verrückte Onkel leben, ist so beklemmend geschildert, dass man von der Lektüre nicht mehr loskommt.«

Neil Gaiman: »Eine erstaunliche Autorin ... Wenn du sie nicht gelesen hast, hast du etwas Wunderbares verpasst.«

Joyce Carol Oates: »Ein Meisterwerk unter den unheimlichen Thrillern. Shirley Jackson ist eine dieser höchst eigenwilligen, unnachahmlichen Schriftstellerinnen, deren Werke einen bleibenden Zauber ausüben.«

Donna Tartt: »Ihr bestes Buch ... zugleich skurril und erschütternd, mit der detailreichen Fantasie eines Miniaturmalers skizziert, der in einem Mausoleum sitzt ... Wir fallen in Tiefen und Tiefen und blutrote Tiefen hinab, bis von der Realität nur noch ein unheimlicher, fast vergessener Schimmer hoch oben bleibt; und je tiefer wir sinken, desto tiefer wollen wir fallen.«

Jonathan Lethem: »Für mich ist dieses ungewöhnliche und traumartige Buch ihr Meisterwerk.«

The New York Times: »Ein verblüffendes Hexengebräu voller unheimlicher Kraft.«

 

FESTA MUST READ: Große Erzähler ohne Tabus. Muss man gelesen haben.

Zusatzinformation

Autor: Jackson, Shirley
Buchreihe: Festa Must Read
Umfang: 256 Seiten
Ausführung: Gebunden, mit Schutzumschlag in Lederoptik und Leseband
Format: 20,5 x 12,5 cm
ISBN: 978-3-86552-709-7
Originaltitel: We Have Always Lived in the Castle
Übersetzung von: Eva Brunner
Erscheinungsdatum: 22.05.2019
Brutalität/Gewalt:
2
Anspruch:
5
Sex/Obszönität:
1
Bewertungen

Kundenmeinungen zu "Wir haben schon immer im Schloss gelebt"

Skurriler, surrealistischer und melancholischer Gruselroman zum Nachdenken.

von Wolfgang Brunner für Buchwelten 1. Juni 2019
Ähnlich wie in ihrem 1959 erschienen Roman „Spuk in House Hill“ wirft Shirley Jackson den Leser in eine subtile, teils skurril wirkende Ausgangssituation, in der man sich erst einmal zurechtfinden muss. Ist dies aber geschehen, kann man sich nicht mehr von der Protagonistin Merricat lösen, die in komplizierten, teilweise kindlich naiven Denkweisen die Geschichte erzählt. „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ wird, ebenso wie „Spuk in Hill House“ die meisten Leser langweilen, da einfach zu wenig passiert. Wer aber genauer liest und sich auf diese Geschichte einlässt (einlassen kann) wird mit einem wahnsinnigen Kopfkino belohnt, wie es ein Buch nicht besser hervorrufen könnte. Während man liest, entspinnen sich Unmengen an eigenen Interpretationen, was genau hinter der Story steckt, was Wahrheit und was Einbildung ist. Unzählige Filme gingen mir durch den Kopf (die wahrscheinlich oftmals ihre Inspiration in genau diesem Roman gefunden haben), während ich Merricat auf ihrer wahnwitzigen Reise begleitete.

Shirley Jacksons gehobener Schreibstil macht zudem unglaublich Spaß. Der Roman ist ein wahrer Pageturner, sofern man sich, wie oben bereits erwähnt, auf den Plot und die eigenwillige Idee einlassen kann. Das Gruselige an der Geschichte baut sich unterschwellig auf und wird im Verlaufe der Handlung immer intensiver. Ich sah „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ unentwegt als Film vor meinem inneren Auge und stellte jetzt mit Freuden fest, dass der Roman tatsächlich verfilmt wurde. Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass die Gedanken der Protagonistin äußerst schwer zu verstehen seien und man sich daher nicht mit ihr identifizieren könne. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn gerade diese „unschuldig“ wirkenden (sicherlich wirren) Gedanken fand ich extrem faszinierend und glaubwürdig. Durch diese Protagonistin erschafft Shirley Jacksons eine fast schon surreal wirkende Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht und mich regelrecht begeistert hat.

Ich bin noch nicht sicher, welches der beiden im Festa-Verlag neu aufgelegten Bücher dieser Autorin mir besser gefällt: „Spuk in Hill House“ oder das vorliegende „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“. Tendenziell könnte das zweite das Rennen machen, weil es einfach von der Story her weitaus skurriler und geheimnisvoller wirkt. Fakt ist, dass es sich bei Shirley Jackson um eine ganz herausragende Schriftstellerin handelte, die dem Horrorgenre eine außergewöhnliche Richtung wies, in dem sie nämlich auf ruhige und meist unblutige Weise Schrecken in den Köpfen ihrer Leser verbreitete. Ich würde mir wünschen, dass sich der Festa-Verlag auch noch den anderen, in Deutschland leider nachlässig behandelten Werken dieser Autorin annehmen würde. Horror muss nicht immer Splatter sein, sondern kann auch auf melancholische Weise eine Gänsehaut bescheren, wie „Wir haben schon immer im Schloss gelebt“ eindrucksvoll beweist.


Fazit: Skurriler, surrealistischer und melancholischer Gruselroman zum Nachdenken.

© 2019 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Ein unvergleichlich atmosphärischer und hintergründiger Horrorroman

von Sandra 17. Mai 2019
Dieses Buch ist einfach nur großartig.

Die Geschichte lebt zu 100% von Atmosphäre, Kopfkino und den krankhaften Auswüchsen, die ein menschlicher Geist annehmen kann - den Rest erledigt unsere Fantasie.

Wer dieses Buch in Angriff nimmt muss sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass ihn hier kein Blockbuster-Horror erwartet, Special Effects, Magie und sonstige Spirenzien sucht man hier Vergebens. Die Handlung verläuft sehr unauffällig und trotzdem unglaublich intensiv.

Das Böse, das dieses Buch ausstrahlt, kommt komplett aus dem menschlichen Inneren, und das ist für mich beängstigender als Vieles, was sich Autoren und Ressigeure bislang ausdenken konnten.
Am unfassbarsten finde ich eigentlich das grausame und teilweise heuchlerische Verhalten der Außenstehenden - das ist die Feigheit der Herde. Das macht mich unglaublich wütend und in diesen Momenten stand ich zu 100% hinter Merricats Fantasien.

Durch die beinahe idyllische Atmosphäre im Kontrast zum Verhalten der Menschen und Merricats Gedankenspielen wird eine unterschwellige Spannung aufgebaut wie die Ruhe vor einem Sturm.

Direkt während des Lesens der ersten Seite hat mich eine unglaubliche Neugier gepackt und durch das ganze Buch gezogen. Ich wollte wissen, wie es zu der Einstiegssituation kam, was wirklich passiert ist, doch immer nur nach und nach, nebenbei und bröckchenweise, bekommt man als Leser Happen hingeworfen, die auf die Wahrheit hinweisen und nur noch hungriger nach mehr Informationen machen.

Es bleibt wirklich viel Raum für eigene Mutmaßungen und ich bin mir auch jetzt nach Abschluss des Buches immer noch nicht sicher, was nun wirklich passiert ist und welche der Protagonisten echt sind oder waren - alle, ein paar, keine...? Ich weiß es nicht. Macht Euch Eure eigenen Gedanken.

Ich finde auch den Ausklang der Erzählung ziemlich unheimlich - es ist ja sehr offen, wie alles für die Geschwister noch weitergehen wird.

Mein Fazit: Ein unglaublich faszinierender, unterschwelliger, atmosphärischer Horrorroman, der die dunkle Seite der Fantasie zum Kochen bringt und dafür sorgt, das man sich Nachts das Licht anlässt und vermutlich nie wieder ruhigen Gewissens an alten Häusern vorbeigehen kann.
Eine hundertprozentige Leseempfehlung für alle, die hochwertigen Horror zu schätzen wissen.
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